RLT-Zentren

Glossar

Fachbegriffe rund um die Radioligandentherapie, in einfachen Worten.

Androgenrezeptor-Signalweg-Hemmer (ARPI)
Neuere Hormontabletten gegen Prostatakrebs, etwa Abirateron, Enzalutamid, Apalutamid oder Darolutamid. Sie blockieren die Wirkung oder Bildung männlicher Hormone stärker als der Hormonentzug allein.
Becquerel (Bq, GBq)
Maß für die Aktivität eines radioaktiven Stoffs: ein Zerfall pro Sekunde. Bei der PSMA-Therapie werden pro Gabe 7,4 Gigabecquerel gegeben, also 7,4 Milliarden Zerfälle pro Sekunde zu Beginn.
Dosimetrie
Berechnung, wie viel Strahlung einzelne Organe und Tumorherde abbekommen. Bei der Standarddosis ist sie nicht vorgeschrieben, manche Zentren führen sie trotzdem durch.
Gesamtüberleben
Zeit vom Beginn einer Behandlung in einer Studie bis zum Tod, gleich aus welchem Grund. Wichtigster Maßstab dafür, ob eine Krebsbehandlung das Leben verlängert.
Gray (Gy)
Maß für die Energie, die Strahlung im Gewebe abgibt. Ein Gray entspricht einem Joule pro Kilogramm.
Halbwertszeit
Zeit, nach der die Hälfte eines radioaktiven Stoffs zerfallen ist. Bei Lutetium-177 sind das 6,6 Tage. Im Körper sinkt die Menge schneller, weil ein Teil ausgeschieden wird.
Hormonentzugsbehandlung (ADT)
Senkt das Testosteron auf sehr niedrige Werte, mit Spritzen oder Tabletten. Sie bremst Prostatakrebs und wird während der Radioligandentherapie fortgeführt.
Kastrationsresistent
Der Krebs wächst weiter, obwohl der Testosteronspiegel durch den Hormonentzug sehr niedrig ist. Erkennbar an steigendem PSA-Wert oder neuen Herden.
Ligand
Ein Molekül, das gezielt an eine bestimmte Struktur bindet. Bei der PSMA-Therapie ist es ein kleines Molekül, das an PSMA auf Krebszellen andockt.
Lutetium-177
Radioaktiver Stoff, der Betastrahlung mit sehr kurzer Reichweite abgibt, im Mittel weniger als einen halben Millimeter. Ein kleiner Teil der Strahlung lässt sich von außen messen und für Aufnahmen nutzen.
mCRPC
Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom: Prostatakrebs mit Absiedlungen, der trotz Hormonentzug weiterwächst.
Metastase
Absiedlung eines Tumors an anderer Stelle im Körper, beim Prostatakrebs häufig in Knochen und Lymphknoten.
Nuklearmedizin
Fachgebiet, das radioaktive Stoffe zur Untersuchung und Behandlung einsetzt. Die Radioligandentherapie wird von Nuklearmedizinern durchgeführt.
PRRT
Peptid-Radiorezeptortherapie. Verwandte Behandlung für neuroendokrine Tumoren, die an Somatostatinrezeptoren statt an PSMA bindet.
PSA
Prostataspezifisches Antigen. Eiweiß im Blut, dessen Wert beim Prostatakrebs zur Verlaufskontrolle dient.
PSMA
Prostataspezifisches Membranantigen. Eiweiß auf der Oberfläche der meisten Prostatakrebszellen und Angriffspunkt der Radioligandentherapie.
PSMA-PET
Bildgebung, bei der ein schwach radioaktiver PSMA-Ligand gespritzt wird. Sie zeigt, wo im Körper Krebszellen mit PSMA sitzen und ob eine Radioligandentherapie sie erreichen kann.
Radionuklid
Radioaktive Form eines chemischen Elements, etwa Lutetium-177 oder Actinium-225.
Radiologisch progressionsfreies Überleben (rPFS)
Zeit, bis der Krebs in der Bildgebung wieder wächst oder der Patient stirbt. Häufiger Maßstab in Studien.
Taxan
Gruppe von Chemotherapie-Wirkstoffen. Beim Prostatakrebs sind das Docetaxel und Cabazitaxel.
Theranostik
Zusammenspiel von Diagnostik und Therapie mit demselben Ziel: Erst macht ein Ligand die Krebszellen sichtbar, dann behandelt ein verwandter Ligand sie.
Tumorkonferenz
Regelmäßige Besprechung von Ärzten verschiedener Fachrichtungen, die gemeinsam eine Behandlung empfehlen. Auch Tumorboard genannt.
Zyklus
Eine einzelne Gabe der Radioligandentherapie mit dem Aufenthalt auf der Station. Eine Behandlung umfasst bis zu sechs Zyklen.

Quellen: Fachinformation Lutetium (177Lu) vipivotidtetraxetan, EANM/SNMMI-Verfahrensleitlinie 2023. Zuletzt geprüft am 18. Oktober 2026.